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Meine Abrechnung mit 2016. Das ändert sich 2017.

Die Zeit vergeht schnell, manchmal zu schnell. Oft bleibt keine Zeit zu reflektieren. Kaum ist ein WordPress Projekt erledigt, beginnt das nächste. Vieles wird zur Routine, selbst wenn die Arbeiten eigentlich Ausnahmen sein sollten. Man hat keine Zeit darüber nachzudenken und macht es einfach. Ist dieser Zustand wirklich erstrebenswert? Der Jahreswechsel ist sicher nicht der beste Zeitpunkt für einen selbstkritischen Rückblick aber garantiert der letzte, bevor man sich das neue Jahr mit alten Verhaltensweisen ruiniert.

Viele Stunden Arbeit. Wirklich Arbeit?

2016 war ein Jahr mit extrem vielen Aufträgen. Besonders im Bereich WooCommerce. Ich darf mich also eigentlich nicht beschweren. Arbeitszeiten von achtzig Stunden pro Woche und mehr waren keine Seltenheit. Inklusive Wochenenden, schließlich wird Freizeit überbewertet. Urlaub Fehlanzeige. Ich war 1.223 Stunden gegen Entgelt für Kunden tätig. In Summe war ich aber 3.120 Stunden online. Woher kommt die Differenz?

Ziehe ich die privat verursachten Onlinezeiten und bezahlten Stunden ab, komme ich auf rund 1.650 Stunden. Für meine gerade einmal sechs Blogbeiträge im vergangenen Jahr ziehe ich großzügig zwanzig Stunden ab. Weitere 130 Stunden veranschlage ich für Telefonate, was 50% meiner gesamten Telefonzeiten entspricht, mit Personen die „nur mal eine Frage“ hatten. Die restlichen 1.500 Stunden sind im Wesentlichen die Zeit, die ich in Foren (z.B. wpde.org oder wooexperten.de) und Gruppen (z.B. Xing) damit verbringe Anwendern WordPress Tipps zu geben oder sogar komplette Funktionen (z.B. für WooCommerce) als Lösung zu schreiben.

Das ist doch Werbung!

Damit komme ich auf ein Verhältnis von 1.373 geschäftlich notweniger Stunden zu 1.500 freiwillig geleisteten Stunden mit Bezug zur geschäftlichen Tätigkeit. Rund 52% meiner Zeit habe ich also darauf verwendet anderen WordPress Anwendern unentgeltlich zu helfen. Mancher wird das gerne als Werbung in eigener Sache ansehen. Also prüfen wir diesen Ansatz.

Zunächst kenne ich kein Unternehmen, das über 50% des Umsatzes für Werbung ausgibt. Will man den Gedanken dennoch nicht verwerfen, müsste sich diese Werbung in Form von Aufträgen bemerkbar machen. Tatsächlich erhalte ich viele Anfragen per Email, Skype und Telefon mit Bezug auf eine meiner Antworten in WordPress Foren und Gruppen. Umsätze entstehen daraus aber kaum. Im Jahr 2016 waren es genau €40,00 über das wpde.org Forum. Alle anderen hatten sich kostenlose Hilfe erhofft und waren nicht bereit für eine mehrstündige Lösung zu WooCommerce Geld auszugeben. Gleiches gilt für Anfragen zur Vernetzung auf Xing, LinkedIn und Facebook. Fast 90% dieser Anfragen antworten noch nicht einmal auf die Frage was man für sie tun könne oder warum sie sich vernetzen wollen.

Werbeeffekt fragwürdig

Wem ist also mit meinen vielen Stunden gedient? Klar, den Personen, denen meine Antworten weiterhelfen. Aber auch den Forenbetreibern, denn teilweise gibt es in einzelnen Forenkategorien, wie z.B. Themen rund um WooCommerce, fast nur Antworten von mir. Werbung für mich? Möglicherweise in übertragenem Sinn aber ganz sicher nicht bei nüchterner Betrachtung. Und das wir uns nicht falsch verstehen, ich habe es auch nicht als Werbung angesehen. Ich bin dem Pfad nur gefolgt, weil so gerne behauptet wird ich würde versuchen Aufträge aus Forenbeiträgen zu generieren.

Ich bin auch gar nicht böse oder ungehalten. Meine Arbeit für die WordPress Community geschah freiwillig, weil ich WordPress liebe und mir Wünsche, dass noch mehr Personen und Unternehmer damit arbeiten. Warum dann also der Beitrag hier? Es geht immer noch um das Reflektieren des Erreichten. Also der Rückblick auf das letzte Jahr um daraus eventuell Vorsätze für das neue Jahr zu fassen. Und bei diesem Rückblick habe ich festgestellt, dass ich meine freiwillige Arbeit in der WordPress Community übertrieben habe. Helfen ist eine schöne Sache. Hilfe bis zur Selbstaufgabe hingegen ist nicht besonders intelligent. Schon alleine, weil man dann nicht mehr helfen kann. Und ich habe verstanden, dass ich mehr in den sozialen Medien getan habe, als ich jemals wollte. Ich habe das Diktat der Netzwerke immer angeprangert und mich dann doch davon leiten lassen.

2017 wird einiges anders

Mit meinem Resümee 2016 habe ich für 2017 einige Vorsätze gefasst. Als erstes werde ich ab sofort meine Aktivitäten in den sozialen Netzwerken einstellen und komplett auf meiner Webseite bündeln. Ob das in Form von Blogbeiträgen rund um WordPress, WooCommerce Tutorials oder Plugin Reviews passiert weiß ich noch nicht. Mein Engagement in der WordPress Community werde ich auf ein gesundes Maß von 2 Stunden pro Woche reduzieren. Gleichzeitig werde ich nur noch Tipps und Lösungen für WordPress im Allgemeinen geben. Spezialwissen zu WooCommerce werde ich nicht mehr preisgeben. Die finanzielle Unterstützung von WordCamps werde ich wieder einstellen, für einen Einzelkämpfer ist das einfach zu viel.

Aber auch geschäftlich habe ich mir einiges vorgenommen. Zunächst werde ich das Dienstleistungsangebot straffen und mich noch mehr auf WooCommerce konzentrieren. Bereits heute macht WooCommerce 60% meiner Aufträge aus und die Anfragen werden immer komplexer. Bis Ende des ersten Quartals 2017 werde ich meine Angebote zu Schulungen, SEO Beratung, Projektsteuerung und Code Reviews einstellen. Meine Wartungsverträge werde ich ausbauen und um neue Module ergänzen. Ein weiterer Schritt ist die Anpassung meiner Preise. Seit 1.1.2017 gilt meine neue Preisliste. Die Abrechnung erfolgt weiterhin pro angefangene 15 Minuten Arbeitszeit. Die Kostensätze richten sich jetzt nach der Dauer der Arbeiten.

Einen Teil der freiwerdenden Zeit werde ich auf die Entwicklung von Plugins für WooCommerce verwenden, wie vor Kurzem mit „EU nutrition label for WooCommerce“, einem kostenlosen Plugin für die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln in WooCommerce.

Der allerwichtigste Vorsatz kommt natürlich zum Schluss. Ich werde dieses Jahr alle Vorsätze umsetzen, damit mein Rückblick 2017 hoffentlich kürzer ausfallen wird.