WordPress

Was kostet WordPress? Ein Überblick

„Das ist aber teuer“ und „das gibt es doch auch umsonst“ sind wahrscheinlich die am meisten gebrauchten Sätze wenn für eine Leistung rund um WordPress bezahlt werden soll. Ganz gleich ob ein Plug-In oder Theme zum Einsatz kommen soll oder Hilfe benötigt wird, weil etwas nicht funktioniert. Der Gedanke ans Geldausgeben ist privaten und geschäftlichen Anwendern gleichermaßen unangenehm, schließlich ist WordPress ja kostenlos. Was kostet WordPress also wirklich?

WordPress ist kostenlos

Als Matt Mullenweg und Mike Little 2003 die Entwicklung von WordPress auf Basis des CMS b2 starteten, hat wohl niemand mit dem bahnbrechenden Erfolg gerechnet, der im Spätsommer 2005 zur Gründung von Automattic und dem Start der Bloghosting Plattform wordpress.com führte. Die Einnahmen stellen wiederum die weitere Entwicklung des gemäß GPL kostenfreien und auf wordpress.org erhältlichen CMS sicher. Jeder darf die Software auf beliebig vielen Hostingaccounts oder Servern beliebig oft installieren, nutzen und nach seinen Bedürfnissen ändern. Das Modell ist ein Gewinn für beide Seiten, denn der Anwender erhält kostenlos ein hervorragendes Produkt und Automattic bekommt Millionen von Usern, welche die Software durch Feedback und aktives Handeln immer besser machen, was zu noch mehr Erfolg beim kostenpflichtigen Bloghostingdienst führt.

WordPress ist also absolut kostenfrei. Es kann unbegrenzt oft installiert und auf beliebig vielen Webseiten betrieben werden. Um WordPress nutzen zu können gibt es einige wenige aber wesentliche Voraussetzungen: einen Webserver mit PHP und MySQL sowie das notwendige Know-how zur Bedienung von WordPress.

WordPress kostenlos betreiben

Wer WordPress zu Testzwecken, zum Lernen oder für den Betrieb im Intranet installieren möchte, kann das auf dem lokalen PC oder einem Server im Netzwerk tun. Als Betriebssysteme eigenen sich Linux und Windows gleichermaßen. Als Webserver kommen Apache, Nginx oder IIS zum Einsatz. Lässt man die Anschaffungs-, Strom- und Internetanschlusskosten großzügig unter den Tisch fallen, weil diese „sowieso“ schon anfallen, ist der Betrieb von WordPress in diesem Fall ebenfalls kostenfrei.

Aber auch der Betrieb auf einem öffentlichen Webserver ist bei einigen Anbietern, wie z.B. bplaced.net oder hostinger.de, ohne Zusatzkosten möglich. Allerdings haben diese Angebote Einschränkungen, die einen ernst- und dauerhaften Betrieb im Regelfall ausschließen. In den kostenlosen Paketen fehlt z.B. die eigene Domain und das Speicherlimit für PHP Anwendungen ist gering.

Die meisten Webseiten werden aber um die Anmietung eines kostenpflichtigen Hostingaccounts nicht herum kommen. Das Spektrum ist groß und bietet für jeden Bedarf den richtigen Lieferumfang. Privatanwender und kleine Vereine finden z.B. bei All Inkl. ein sicheres und günstiges Zuhause. Große Online-Shops sollten hingegen zu einem Spezialisten für hochverfügbares und skalierbares Hosting, wie z.B. Rackspeed, gehen.

Die Nutzung von WordPress selbst bleibt also kostenfrei, allerdings entstehen im Regelfall Kosten für den benötigten Webserver.

Kostenlose Hilfe für WordPress

Wie viele andere freie Softwareprogramme, enthält WordPress keinen Support. Zu den meisten Themen finden Anwender kostenlose Tutorials oder Blogbeiträge im Internet, wie z.B. auf wp101.com. Wer auch nach intensivem Selbststudium nicht weiter kommt und keinen ausgewiesenen WordPress Spezialisten im Freundeskreis hat, sucht kurzer Hand Hilfe in einem der öffentlichen Foren.

Wer die Kommunikation auf Deutsch bevorzugt findet z.B. auf wpde.org eine Plattform auf der Anwender und teilweise Experten freiwillig und kostenfrei Hilfe leisten. Die Qualität der Antworten hängt hier stark vom jeweiligen Wissensstand der Mitglieder ab. Eine Garantie dafür ob und wann man brauchbare Antworten erhält gibt es nicht. Wer mit Englisch keine Probleme hat besucht experts-exchange.com. Die Antworten sind meistens sehr qualifiziert und die Antwortzeiten kurz, da sich die WordPress Experten dort über ein Reputationssystem für neue Auftraggeber empfehlen.

Helfen weder Freunde noch Foren bleibt nur die Anfrage beim Freelancer oder der Agentur. Allerdings arbeiten WordPress Profis selten umsonst, schließlich muss der Lebensunterhalt verdient werden. Abhängig von Größe, Ort und Know-how des Dienstleisters liegen die Stundensätze zwischen 5€ und 250€.

Unterstützung für WordPress ist also durchaus kostenfrei erhältlich, allerdings ohne Garantie und nur von freiwilligen Helfern. Gewerbliche Anwender müssen dabei aber auch die Antwortzeiten berücksichtigen. Es kann schon einmal eine Woche dauern, bis die passende Antwort zu einem komplexen WooCommerce Problem in einem Forum kommt. Das kann Umsatz- und Reputationsverluste bedeuten, die weitaus höher sind als die Anfrage beim WordPress Spezialisten. Wer mit seiner Webseite Geld verdienen möchte, geht lieber gleich zum Experten, denn der haftet auch bei Fehlern.

WordPress kostenlos erweitern

Millionen von Webseiten nutzen WordPress und dabei handelt es sich längst nicht bei allen um einen reinen Blog. Online Shops, Ticketbuchungen, Mitglieds- und Vereinsverwaltungen, Hotelreservierungen und vieles mehr werden auf Basis des beliebten CMS umgesetzt. Die Erweiterung geschieht mit Plug-Ins, die einfach in WordPress aktiviert werden und den Funktionsumfang entsprechend um Warenkorb, Produktverwaltung, zusätzliche Profilfelder, Custom Posttypes und sonstige Informationen erweitern. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt und für fast jeden Anwendungsfall gibt es gleich mehrere Plug-Ins. Viele sind kostenfrei auf wordpress.org erhältlich, einige davon allerdings in einer gegenüber den kostenpflichtigen „Pro“ Versionen abgespeckten Variante. Für viele Webseiten reichen diese „Lite“ Versionen jedoch aus. Aber nicht jedes Plug-In kann gefahrlos verwendet werden, denn oft liegt die letzte Aktualisierung Monate oder Jahre zurück. Das kann zu Sicherheitslücken führen oder sogar zum kompletten Absturz von WordPress – das Resultat ist dann meistens nur noch eine weiße Seite ohne Inhalte. Daher sollten nur regelmäßig gepflegte Erweiterungen verwendet werden.

Kostenpflichtige Plug-Ins bieten meistens einen erweiterten Funktionsumfang, offiziellen Support und regelmäßige Updates, um zum einen die Kompatibilität zur aktuellen WordPress Version sicherzustellen und zum anderen immer neue oder verbesserte Funktionen anzubieten. Die Preismodelle sind dabei unterschiedlich, so gibt es Anbieter die gegen Einmalzahlung lebenslange Updates und Unterstützung anbieten. Bei anderen, wie zum Beispiel dem Marktplatz auf Codecanyon,  erhält man für die einmalige Zahlung dauerhaft Updates, der Support muss aber separat in Form einer jährlichen Gebühr oder pro Anfrage bezahlt werden. Premium Plug-Ins setzen für Updates und Support sehr oft auf ein Subskriptions-Model. Die Gebühren für ein solches Abonnement werden meistens jährlich abgerechnet.

Plug-Ins für WordPress sind also ebenfalls kostenlos erhältlich, darunter auch sehr bekannte wie z.B. WooCommerce oder BuddyPress. Wer mehr Funktionen braucht sollte Mehrkosten für Premium Plug-Ins und Zusatzmodule einplanen. Im Regelfall gilt, dass gut gepflegte Plug-Ins nur dann kostenfrei sind, wenn der Entwickler eine Möglichkeit zur Quersubventionierung hat, also entweder mit einer kostenpflichtigen „Pro“ Version Geld verdienen kann oder über andere Einnahmen verfügt. Stellt ein Plug-In eine wesentliche Funktionalität auf der eigenen WordPress Installation bereit, sollte man daher genau prüfen wie verlässlich der Entwickler ist.

Kostenloses WordPress Design

Das Aussehen einer Seite mit WordPress wird durch das installierte Theme bestimmt. Wie bei Plug-Ins gibt es auch hier sehr viele kostenfreie Varianten auf wordpress.org. Bei Themes hat der Anwender zusätzlich den Vorteil, dass er das Erscheinungsbild in vielen Teilen über ein Childtheme anpassen kann. Wer die notwendigen HTML, PHP und CSS Kenntnisse nicht besitzt, findet oft kostenlose Hilfe in den Foren.

Regelmäßige Updates durch den Entwickler sind auch bei Themes wichtig. Zum einen liefert WordPress mit neuen Versionen erweiterte Funktionen, die mit alten Themes ohne Anpassung nicht verwendbar sind und zum anderen werden alte Funktionen entfernt um z.B. Sicherheitslücken zu schließen. Themes die weiterhin auf die alte Funktion zugreifen verursachen dann Fehler oder führen zum bekannten „white screen of death“. Kostenpflichtige Themes enthalten sehr oft auch zusätzliche Plug-Ins wie Slider oder Werkezeuge zur visuellen Erstellung von Webseiten. Wie schmerzhaft verspätete Updates in diesem Zusammenhang sein können, haben viele Anwender im Jahr 2014 erlebt, als über eine Lücke im Revolution Slider tausende von Seiten gehackt wurden.

Gerade bei den Themes konnten sich wegen der Bekanntheit des Marktplatzes auf Themeforest einige Premium Anbieter etablieren, die mit fünfzig bis hunderttausend Installationen aufwarten können, wie z.B. Enfold. Funktionsumfang, Einfachheit der Bedienung, regelmäßige Updates und hervorragender Support sind den Preis allemal wert.

Wer kein Design von der Stange möchte, kommt um die Beauftragung eines Webdesigners nicht herum. Und wenn dieser nicht nur fertige Themes umgestaltet sondern ein Theme klassisch von Grund auf entwickelt oder maximal auf einem Framework aufsetzt, sind vierstellige Beträge normal. Denn die Entwicklung eines Themes aus einer Photoshop Vorlage kann schnell dreißig und mehr Stunden dauern.

Auch bei den Themes muss man also kein Geld ausgeben, wenn man nicht möchte. Ob das Ergebnis den Erwartungen entspricht steht auf einem anderen Blatt. Ansonsten gelten hier die gleichen Einschränkungen wie bei Plug-Ins und man sollte vorher genau zwischen kostenlos und kostenpflichtig abwägen.

Kostenlose Wartung und Pflege von WordPress

Ist die Seite einmal fertiggestellt und online, hört die Arbeit noch lange nicht auf. Genau gesagt hört die Arbeit nie auf, denn WordPress, Plug-Ins und Themes müssen regelmäßig aktualisiert werden. Im Regelfall ist das mit einem Mausklick erledigt, man muss nur daran denken und es auch tun. Oft wird aber genau das nicht getan und die Erklärungen dafür sind vielfältig. Aber egal welcher Grund vorgeschoben wird, er befreit einen Webmaster nicht von seiner „heiligen“ Pflicht. Wer keine Updates einspielt wird früher oder später Opfer von Cyberattacken und dann ist guter Rat teuer. Die Foren sind voll mit Ratsuchenden nach einem Hack und meistens sieht man die gleichen Personen nicht nur einmal, weil es an Fachwissen mangelt.

Aber auch diejenigen, die eifrig bemüht sind und fleißig auf den Updateknopf drücken, sind nicht vor Überraschungen gefeit. Auch hier sprechen die Foren eine eindeutige Sprache. Weiße Seiten nach Updates, fehlerhafte Darstellungen nach einer Aktualisierung und Fehlfunktionen nach einem Versionswechsel. Oft tauchen die Probleme im Zusammenhang mit kostenlosen Plug-Ins und Themes auf, weil diese vom Entwickler nicht gepflegt wurden und hoffnungslos veraltet sind. Aber auch in Premium Themes schleichen sich Fehler ein, wie z.B. das Gutscheinproblem in WooCommerce im März 2015.

Auch für die laufende Pflege von WordPress kann man in Foren nach Hilfe suchen, allerdings schwindet die Bereitschaft der Community zusehends, wenn immer die gleichen Personen Hilfe benötigen. Wird dann auch noch klar, dass der Hilfesuchende auf seiner Seite Geld verdienen will, ist der einzige Rat meist nur der Hinweis auf kostenpflichtige Dienstleister. Einen kostenlosen Wartungsdienst für WordPress gibt es noch nicht und wird es wahrscheinlich auch nicht geben. Wer die gewissenhafte Pflege also nicht selbst durchführen kann, kommt spätestens an dieser Stelle nicht um die Beauftragung einer WordPress Fachmanns herum.

Was kostet WordPress?

Das kommt auf das Projekt an. Grundsätzlich kann man WordPress, wie in diesem Beitrag beschrieben, ohne Kosten betreiben. Im Regelfall wird man aber zumindest für das Hosting Geld ausgeben müssen. Und wer WordPress geschäftlich einsetzen will, sollte sich von dem Gedanken trennen, eine Webseite mit WordPress kostenfrei erstellen und betreiben zu können. Das hat mehrere Gründe aber das wird ein Thema für einen der nächsten Beiträge aus meiner Serie „Was kostet WordPress?“

Achtung! Dieser Beitrag ist älter als 6 Monate. Daher ist es möglich, dass die enthaltenen Informationen nicht mehr gültig sind.

WordPress Experte und SpezialistAls WordPress Entwickler mit 12 Jahren Erfahrung unterstütze ich Unternehmer bei der Erstellung von Applikationen und Webseiten auf der Basis von WordPress. Als WooCommerce Spezialist konzentriere ich mich auf e-Commerce Anwendungen mit WordPress. Auf meiner Know-How Seite erfahren Sie mehr über mich.